|
Die Veränderungen des Wasserhaushaltes werden nachfolgend exemplarisch für die Parameter Reale Verdunstung und Oberflächenabfluss dargestellt. Gegenwärtig sind die höchsten Werte der Verdunstung durch die Transpiration des Waldes im Südwesten des Gebietes sowie von den grundwassernahen Flächen und Flachwasserbereichen im Seebecken des Salzigen Sees festzustellen. Eine weitere Abnahme der realen Verdunstung im Jahr 2020 von etwa 10 bis 15 mm.a-1 ist von den neu versiegelten Flächen zu erwarten. Ein Beispiel hierfür ist das deutlich erkennbare Band der geplanten Autobahn A 38 in der vergrößerten Darstellung. Eine Zunahme der Verdunstungsraten erfolgt auf den aufgeforsteten Flächen um etwa 20 mm.a-1 und vor allem von den neu entstandenen Wasserflächen. Die Zunahme der Evaporation beträgt hier 30 bis 40 %. Auf das Gesamtgebiet bezogen sind die Auswirkungen der Nutzungsänderungen eher gering. Die reale Verdunstung würde um 1,4 % zunehmen. Im Bereich des Salzigen Sees ist die Zunahme weit überdurchschnittlich, da dort die bedeutendsten Nutzungsänderungen auftreten würden. Die Auswirkungen der Entstehung großer Waldflächen wird anhand des Beispiels der potentiell natürlichen Vegetation deutlich. Durch die erhöhte Transpiration der Waldvegetation nimmt fast im gesamten Gebiet die Verdunstungsrate um über 4 % zu.
|
|
Die Oberflächenabflussraten sind derzeit von den meisten Flächen im Gebiet sehr gering. Infolge der Retention des Niederschlagswassers auf den Waldflächen ist in diesen Gebieten, vor allem im Südwesten, fast kein Oberflächenabfluss vorhanden. Gleiches gilt für große Teile des Gebietes, die durch sehr geringe Reliefenergie geprägt sind. Der hohe Grundwasserstand im Seebecken des Salzigen Sees und in den Flußtälern sowie der hohe Versiegelungsgrad in den Siedlungsbereichen verringern die Infiltrationsmöglichkeiten des Niederschlagswassers und erhöhen in diesen Bereichen den Oberflächenabfluss. Eine Erhöhung der Abflusswerte im Jahr 2020 ist von den versiegelten Flächen festzustellen. Dies trifft insbesondere auf die neu versiegelten Bereiche im Bereich der Ortslagen zu. Ein Rückgang des Oberflächenabflusses ist das Ergebnis von Aufforstungsmaßnahmen, so auch im Bereich der Tagebaurestseen bei Amsdorf oder auf der ca. 200 ha großen Aufforstungsfläche im Nordwesten des Untersuchungsgebietes. Auf das Gesamtgebiet übertragen sind die Auswirkungen der Nutzungsänderungen gering. Für einzelne Teileinzugsgebiete, in denen mehrere Prozent der Fläche neu versiegelt wurden, ist hingegen eine deutliche relative Zunahme des Oberflächenabflusses festzustellen. Durch die Zunahme der Transpiration und das vergrößerte Rückhaltevermögen der Wälder wird unter einer potentiell natürlichen Vegetation der Oberflächenabfluss deutlich vermindert. Gebietsweise verringert er sich auf 0 mm.a-1.
|